In den letzten Jahren kein Trend zur stärkeren Ungleichheit der Einkommen und Vermögen erkennbar
Anders als vielfach wahrgenommen hat sich die Ungleichheit von Einkommen und Vermögen in den zehn Jahren von 2008 bis 2018 nur wenig erhöht. Der Gini-Koeffizient, ein häufiges Maß für die Einkommensungleichheit, zeigt nur eine geringe Aufwärtstendenz und bewegte sich im Zeitraum von mehr als zehn Jahren in einem schmalen Band zwischen 0,28 und 0,30. Bei der ebenfalls oft zitierten Armutsrisikoquote zeigt sich im Zehn-Jahres-Rückblick auf Basis des SOEP und des Mikrozensus ein leichter Anstieg um etwa einen Prozentpunkt. Dagegen kehren die Werte, die auf Grundlage der EU-SILC berechnet wurden, wieder zum Ausgangsniveau des Jahres 2008 zurück.
Dies zeigen Analysen des IAW auf der Basis des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) in Zusammenarbeit mit Professor Martin Biewen von der Universität Tübingen.
Analyse der Einkommens- und Vermögensverteilung in Deutschland Begleitforschung zum Sechsten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, August 2019/März 2021
18. März 2021: Kongress Armut und Gesundheit 2021 des Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V. (Online)
Wie gewinnen und halten wir (systemrelevantes) Pflegepersonal? Attraktivität von Arbeit in der Pflege vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie
Martin Kroczek [IAW]
Höhere Löhne erleichtern die Entscheidung für den Pflegeberuf
Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung spielt der erwartete Lohn eine positive und statistisch signifikante Rolle bei der Entscheidung eine Pflegekraft zu werden. Zudem zeigt sich, dass die Unterschätzung des Lohns einer Pflegekraft die Wahrscheinlichkeit verringert, den Beruf zu ergreifen. Die empirischen Ergebnisse führen zu zwei wichtigen politischen Implikationen. Zum einen kann eine Erhöhung des Lohns dazu beitragen, den in vielen Ländern beobachteten Fachkräftemangel zu überwinden. Zum anderen zeigen die Ergebnisse, dass die Vermittlung von Informationen über den (relativen) Lohn eine erfolgreiche Strategie sein kann, um mehr Personen für die Pflege zu gewinnen.
Die Ergebnisse der Evaluierung bestätigen die Relevanz des Programms für die Armutsbekämpfung. Aus der Sicht der Evaluierung sollte das Programm daher in der nächsten Förderperiode weitergeführt werden. Dabei sollten bei der Integration des EHAP in den ESF+ die folgenden Modifikationen berücksichtigt werden. Sie betreffen die Strukturierung und Ausrichtung der Programmziele, die Finanzierung des EHAP, die Gestaltung der Fördergegenstände und das Monitoring.
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass die Attraktivität von Pflegestellen aus Sicht der rd. 1.300 Befragten am stärksten von „weichen“ Merkmalen wie der Atmosphäre im Team und der verfügbaren Zeit für Gespräche mit den Patienten und Pflegebedürftigen beeinflusst wird. „Harte“ Faktoren, darunter auch der Lohn, haben zwar ebenfalls einen statistisch signifikanten Einfluss, spielen aber eine wesentlich geringere Rolle.
What makes them happy? Professional care-givers’ job satisfaction.
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 53, 655–662 (2020). https://doi.org/10.1007/s00391-020-01759-6
Why did income inequality in Germany not increase further after 2005?
German Economic Review, 2019, Vol. 20, pp. 471-504. https://www.degruyter.com/document/doi/10.1111/geer.12153/html
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Uwe Schwarze, Kathrin Mittelstät
„Cash und Care“ – Entwicklungspfade der Sozialhilfe zwischen materieller Grundsicherung und personenbezogenen sozialen Diensten.
Archiv für Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit: Existenzminimum oder Teilhabe? Weiterentwicklung des Sozialhilfesystems. 4/2018, S. 4-19.